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Die Rinderseuche BSE - Die Fakten

Eine Informationsbroschüre des Landes Tirol


Allgemeines
Risiko für Mensch und Haustier
Fleisch- und Wursteinkauf
Rohstoff Rind
Wie erkennt man österreichisches Fleisch
BSE - Tests
Informationsveranstaltungen zur Rinderseuche BSE 

 

Allgemeines

Was ist BSE?
BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie, zu deutsch: schwammartige Hirnkrankheit des Rindes) ist eine chronisch verlaufende Gehirn- und Rückenmarkserkrankung bei Rindern, die immer tödlich endet.

Symptome
Erkrankte Tiere werden schreckhaft, nervös und aggressiv, sie verlieren die Orientierung und leiden unter Gleichgewichtsstörungen. In Großbritannien wurde das Verhalten daher als "Mad Cow Disease" (="Rinderwahnsinn") beschrieben. Die durchschnittliche Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt 5 Jahre.

Was ist der BSE-Erreger?
Bisher ist nur sicher, dass bestimmte körpereigene Eiweiße (Prionen) eine wichtige Rolle spielen. Wenn sich diese Eiweiße krankhaft verändern, können sie die Nervenzellen, in denen sie sich ablagern, zerstören.

Wodurch wird BSE übertragen?
Als Hauptübertragungsweg gilt die Verfütterung von verseuchtem Tiermehl. In den ersten Jahren nach Entdeckung der Erkrankung ging man davon aus, dass Tiermehl aus den Kadavern Scrapie-verseuchter Schafe die BSE-Erkrankung verursachte. Scrapie ist eine der BSE verwandte Erkrankung bei Schafen, die man bereits seit 250 Jahren kennt. Sie ist nach dem derzeitigen Wissensstand für Menschen ungefährlich.

Seit wann gibt es BSE?
Die ersten BSE-Fälle wurden 1985 in Großbritannien entdeckt. Damals waren die seltsamen Symptome bei Rindern noch ein Rätsel. Seit 1986 wird die Krankheit als BSE bezeichnet.

Wie viele Fälle gab es bis Ende Jänner 2001?
In Großbritannien sind bisher mehr als 180.000 BSE-Fälle aufgetreten. Der Höchststand wurde 1992 mit 37.281 Fällen erreicht, seither ist die Zahl der Erkrankungen dort rückläufig. BSE-Fälle gab es bislang auch in Irland (400), Portugal (497), der Schweiz (366), Frankreich (218), der BRD (19), Belgien (21), den Niederlanden (9), Spanien (2), Dänemark (2), Italien (1), Liechtenstein (2) und Luxemburg (1). Ein Verdachtsfall in Österreich erwies sich als unbegründet. Die EU-Kommission hat vier Risikostufen für BSE definiert. Demnach gehört Österreich zu jenen Ländern, in denen das Risiko "unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen" ist.

Was ist Tiermehl?
Tiermehl wird aus Schlachtresten und Tierkadavern hergestellt, die zermahlen und getrocknet werden. Es war an sich als Nahrungsergänzung für Tiere gedacht, die sich von Natur aus auch von tierischem Eiweiß ernähren, wie zum Beispiel Hühner und Schweine. Tiermehl wurde aber in manchen Ländern wie Großbritannien auch an Wiederkäuer wie Rinder verfüttert, um die Milchleistung der Kühe zu steigern. In Österreich ist seit 1990 die Verfütterung von Eiweißfuttermitteln tierischer Herkunft (z.B. Tiermehl) an Wiederkäuer verboten, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Rinderzuchtbetriebe Futtermittel mit Tiermehlgehalt oder Schweine/Geflügelfutter zweckfremd verwendet haben. Seit 1.1.2001 gilt das Verfütterungsverbot von Tiermehl und von Tiermehlenthaltenen Futtermitteln an Nutztiere.

Warum nimmt man an, dass die Infektion durch Tiermehl erfolgt?
Seit in Großbritannien die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer verboten wurde, sind Krankheitsfälle deutlich zurückgegangen. Dies wird als Indiz für Tiermehl als Überträger gewertet.

Ist Ersatzmilch für Kälber ein mögliches Risiko?
Mit tierischem Eiweiß kontaminierte Kälbermilch könnte ebenfalls als möglicher Übertragungsweg für BSE in Frage kommen.

Ist Österreich sicher BSE-frei?
In Österreich ist bisher kein BSE-Fall aufgetreten. Man kann derzeit von einer "BSE-Freiheit" sprechen. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in Zukunft ein BSE-Fall auftritt.

Risiko für Mensch und Haustier

Kann ein Mensch BSE bekommen?
BSE selbst nicht, jedoch möglicherweise eine neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

Was ist die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)?
Creutzfeldt-Jakob ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems und ist beim Menschen schon sehr lange bekannt, aber sehr selten (ein Erkrankungsfall auf eine Million Menschen). Die Symptome ähneln denen einer BSE-Erkrankung, unter anderem wurden neurologische Ausfälle wie Sprechstörungen und schließlich Demenz-Erscheinungen beobachtet. Die Krankheit endet bisher immer tödlich. Ein Gegenmittel ist noch nicht bekannt. Eine neue Form der Erkrankung betrifft im Unterschied zur klassischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit vor allem jüngere Menschen. In Großbritannien (88), Frankreich (3) und Irland (1) sind mittlerweile 92 Menschen an der neuen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. Ein Zusammenhang zwischen BSE bei Rindern und der neuen Form der nvCJK wird vermutet.

Können auch andere Tiere an BSE erkranken?
Studien legen nahe, dass auch Schafe mit BSE infiziert werden können. In Tirol wurde bisher keine Scrapie (BSE-verwandte Krankheit bei Schafen) nachgewiesen. Bei anderen Tieren (z.B. Katzen, Zootieren, Elchen und Zuchtnerzen) wurden BSE-ähnliche Erkrankungen jedoch festgestellt. Bei Schweinen und Geflügel konnte die Krankheit nie über die Fütterung von infektiösem Material ausgelöst werden, auch bei den Fischen konnten bislang noch keine BSE-ähnlichen Krankheiten und keine experimentelle Ansteckung festgestellt werden. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Hunde von dieser Krankheit betroffen werden können.

Was sind Risikomaterialen?
Bei infizierten Tieren treten die BSE-Erreger hauptsächlich in bestimmten Körperteilen und Organen auf. Als Risikomaterialien gelten demnach Schädel einschließlich Gehirn, Augen, Mandeln und Rückenmark von über 12 Monate alten Rindern, Schafen und Ziegen sowie der gesamte Darm von Rindern jeden Alters, weiters die Milz von Schafen und Ziegen jeden Alters. Jüngere Tiere sind als unbedenklich zu bewerten. Risikomaterialien müssen europaweit durch Entscheidung der EU-Kommission seit 1.10.2000 aus der Nahrungskette entfernt und verbrannt werden.

Wie steht es um die Sicherheit bei Muskelfleisch?
Muskelfleisch gilt nach heutigem Stand der Wissenschaft als unbedenklich

Kann der BSE-Erreger bei der Zubereitung zerstört werden?
Nein. Der Erreger kann nur bei hoher Temperatur und hohem Druck zerstört werden. Mit den üblichen Zubereitungsverfahren, die im Haushalt zur Anwendung kommen, sind solche Bedingungen nicht erreichbar.

Worauf ist beim Kauf von Fleisch- und Wurstwaren besonders zu achten?
Auf die Zutaten, die im Rahmen der verpflichtenden Kennzeichnung aller Fleischwaren angeführt sein müssen. Bei verpackter Ware wird dies in der Zutatenliste detailliert angegeben. Bei offener Ware ist die Kennzeichnung noch nicht zwingend vorgeschrieben. Fragen Sie daher Ihren Metzger oder Lebensmittelhändler nach der Zusammensetzung.

Was ist Separatorenfleisch?
Jenes Fleisch, das ohne jeglichen Zusatz maschinell von den Knochen abgelöst wird. Aufgrund der Herstellungsmethode lässt sich eine Verunreinigung von Separatorenfleisch mit Risikomaterial nicht ausschließen. Es gilt daher als bedenklich. In Österreich war Separatorenfleisch bis Mitte Jänner für einige Wurstsorten (z.B. Streichwürste, Knackwurst, Burenwurst, Dürre, Polnische, Wiener und Bratwurst sowie Leberkäse) noch zugelassen.

Sind Blut- und Plasmatransfusionen gefährlich?
Als Vorsichtsmaßnahme ist es in Österreich seit Oktober 1999 allen Personen untersagt, Blut oder Blutplasma zu spenden, die sich zwischen 1986 und 1996 insgesamt länger als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben.

Kann Gemüse BSE-Erreger enthalten?
Für eine Infizierbarkeit von Pflanzen durch BSE-Erreger gibt es keine Hinweise. Nach derzeitigem Wissensstand scheiden BSE-infizierte Rinder keine mittels herkömmlicher Nachweisverfahren feststellbaren Erreger im Kot und Harn aus.

Fleisch- und Wursteinkauf

Bio-Fleisch
Rinder aus biologischer Tierhaltung werden allgemein als jene mit dem geringsten Risiko eingestuft. In der Bio-Wirtschaft war die Verfütterung von Tiermehl immer schon verboten. Bei Frischfleisch aus heimischer biologischer Landwirtschaft kann man sicher sein, dass die Tiere zu 100% aus Österreich stammen (rotes Bio-Kontrollzeichen, ausländische Bioprodukte: schwarzes Bio-Kontrollzeichen)

Kalbfleisch
Kalbfleisch gilt als sicher, da bei jungen Tieren bisher kein BSE nachgewiesen werden konnte und nennenswerte Mengen des infektiösen Materials erst bei älteren Tieren auftreten. Kalbfleisch aus Muttertierhaltung bietet darüber hinaus auch die Sicherheit, dass kein Mischfuttermittel eingesetzt wurde.

Schaf-, Schweine- und Geflügelfleisch
Bei Geflügel und Schweinen wurde im Fütterungsversuch noch keine Ansteckungsgefahr durch BSE Erreger festgestellt. Im Muskelfleisch von Schafen konnten bislang noch keine Prionen nachgewiesen werden.

Fisch
Bisher konnte bei Fischen noch keine BSE-ähnlichen Krankheiten und keine experimentelle Infizierbarkeit festgestellt werden.

Wildbret
Rehe, Hirsche und Wildschweine werden aufgrund ihrer Lebensweise als unbedenklich angesehen.

Besteht ein Risiko bei Wurst von anderen Tieren?
Sehr viele Produzenten verzichten bereits, als Reaktion auf die BSE-Krise, auf Rindfleisch und setzen an Stelle dessen z.B. Schweinefleisch ein. Rinderhirn und Rückenmark wurden österreichischen Fleischerzeugnissen laut Lebensmittelkodex schon bisher nicht beigefügt. Milz wird jetzt auch aus gegebenem Anlass in Würsten und Leberknödeln nicht mehr eingesetzt. Für österreichische Geflügelwürste gilt, dass nur Fleisch von Huhn und Pute verarbeitet werden darf. Bei importierter Ware kann man sich darauf nicht verlassen, es kann auch Rindfleisch beigemengt werden. Sie sollten daher verstärkt auf die Zutatenliste achten.

Separatorenfleisch in Wurstwaren
Separatorenfleisch darf grundsätzlich in Wurstwaren eingesetzt werden, allerdings ist solches Material in Österreich nur in bestimmten Wurstsorten zulässig und muss im Rahmen der Etikettierung gekennzeichnet sein. Aufgrund der besonderen Qualitäts- und Hygieneprobleme sowie der Unklarheiten hinsichtlich der Herkunft dieses Materials spricht man sich für ein grundsätzliches Verbot der Verwendung aus. Besonderes Augenmerk ist auch hier einer konsequenten Lebensmittelkontrolle zu schenken.

Rohstoff Rind

Milch
Milch und Milchprodukte gelten nach allen Resultaten der Forschung auf dem Gebiet der BSE als unbedenklich für den Konsum. Noch nie hat jemand in der Kuhmilch den BSE-Erreger nachweisen können.

Gelatine
Gelatine wird aus Knochen, Häuten und Fellen, Sehnen und Bändern von Tieren (einschließlich Fisch und Geflügel) gewonnen. Dabei dürfen jedoch nur taugliche und gesunde Schlachtkörper verwendet werden. Gelatinehaltige Lebensmittel wie zum Beispiel Süßigkeiten werden als wenig risikoreich eingestuft, da aufgrund der aggressiven Behandlung mit Säuren und Laugen bei der Herstellung von Gelatine aus Rindern eventuelle Krankheitserreger abgetötet werden. Bei manchen Produkten (z.B. Gummibärchen, Milchdesserts) gibt es sichere alternative Produkte mit Pektin.

Brühwürfel und Suppenwürzen
Brühwürfel und Fleischextrakte stammen hauptsächlich von südamerikanischen Rindern. Das Risiko wird allgemein als sehr gering eingeschätzt.

Rindssuppe
Beim Kochen von Rindssuppen sollten Sie nach Möglichkeit auf Knochen verzichten, vor allem dann, wenn nicht klar ist, woher die Rindsknochen stammen. Röhrenknochen mit Knochenmark gehören zwar nicht zum spezifischen Risikomaterial, da es sich bei Knochenmark nicht um zentrales Nervengewebe wie bei Rückenmark handelt, doch das Mark der Knochen birgt mehr Risiko als Muskelfleisch. Produkte wie Rindssuppe mit Markknochen oder Markknödel sollten daher eher vermieden werden. Auf keinen Fall sollten Sie Wirbelknochen verwenden, da diese Rückenmark enthalten könnten. Röhrenknochen sind risikoärmer.

Fertiggerichte
Fertiggerichte mit Rindfleisch wie z.B. Tortellini oder Rinderrouladen bergen dasselbe Risiko wie jedes andere verarbeitete Fleisch (höher als Frischfleisch). Bei diesen Produkten ist die Herkunft der Zutaten nicht nachvollziehbar.

Babynahrung
Viele Hersteller kaufen Fleisch von kontrollierten Betrieben, oft Ökobetrieben, oder Rindfleisch aus BSE-freien Ländern. Wenn Sie besorgt sind, fragen Sie beim Hersteller nach.

Hunde- und Katzenfutter
In Österreich darf laut Gesetz für Heimtier-Fertignahrung nur Fleisch von Tieren verwendet werden, die als tauglich für den menschlichen Genuss befunden wurden. Die Verwendung von Tiermehl in der Heimtiernahrung ist gesetzlich verboten. Seit 1990 garantieren die renommierten Futtermittelhersteller, dass kein Risikomaterial in der Produktion verwendet wurde.

Arzneimittel
Der Großteil aller Arzneimittel enthält Rinderbestandteile. Britische, irische und portugiesische Rinderprodukte sind dabei verboten. Alle Substanzen, die für die Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden, dürfen nicht von Wiederkäuern stammen, die in einem Land gehalten wurden, in dem es BSE gibt. Eingesetzte Ware wird strengen Kontrollkriterien unterworfen. Kontrollierte und zugelassene Arzneimittel werden als äußerst risikoarm eingestuft.

Kosmetikartikel und Aufbaupräparate
Für Kosmetikartikel gelten ähnlich strenge Auflagen wie für Medikamente. Kosmetika enthalten als Fettgrundlage Talg, der aus Schlachtabfällen gewonnen wird. Ebenso wird aus Häuten und Sehnen Collagen und Elastin gewonnen. Bei Aufbaupräparaten auf Proteinbasis ("Bodybuilderfutter") kann Schlachtabfall als Eiweißquelle nicht ausgeschlossen werden. Man sollte sicherheitshalber nur solche Eiweißpräparate zu sich nehmen, deren Herkunft geklärt ist. Eine Möglichkeit der Risikominimierung bei Kosmetikartikeln und Aufbaupräparaten besteht darin, auf Produkte auf rein pflanzlicher Basis auszuweichen.

Wie erkennt man österreichisches Fleisch

Gütesiegel, Herkunftsweise
Die einzigen im Lebensmittelbereich nach der Gütesiegelverordnung anerkannten Siegel sind das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen. Aufbauend auf umfassende Qualitäts- und Kontrollbestimmungen besagt das AMA-Gütesiegel, dass die Tiere im Inland geboren, gefüttert, geschlachtet und in Österreich verarbeitet wurden. Zudem müssen mindestens 70 % der Futtermittel österreichischer Herkunft sein. Das AMA-Biozeichen besagt zudem, dass das Produkt gänzlich aus Rohstoffen aus biologischer Landwirtschaft hergestellt worden ist.

Vorsicht: Genusstauglichkeitszeichen
Das AT (steht für Österreich) im Genusstauglichkeitszeichen lässt nur den Schluss auf einen österreichischen Betrieb zu (z.B. Verarbeitungsbetrieb, Zerlegebetrieb). Mit diesem Zeichen wird die Einhaltung der EU-Hygienebestimmungen dokumentiert, es sagt jedoch nichts über Herkunft des Tieres, Qualität, Tierhaltung, Fütterung etc. aus.

Vorsicht bei "Made in Austria"
Dieses Zeichen darf für Produkte verwendet werden, sofern der Anteil an inländischer Wertschöpfung 50 % übersteigt. Die österreichische Herkunft der Rohstoffe ist dabei nicht zwingend vorgeschrieben.

Andere Zeichen
Alle anderen so genannten Gütezeichen stammen von Herstellern, privaten Vereinigungen und Interessensgruppen. Dazu gehören unter anderem Bio, Bauerngarantie, Ja!Natürlich, Ernte für das Leben, Demeter, Qualität Tirol, Styria Beef, Kärntner Fleisch, und viele mehr, die auch streng kontrolliert werden. Einige dieser Zeichen werden auch in Ergänzung zum AMA-Gütesiegel und zum AMA-Biozeichen verwendet. Seriöse Hersteller stellen dem Konsumenten selbstverständlich ihre Prüfkriterien zur Verfügung.

Kann man den Herkunftsangaben bei Rindfleisch vertrauen?
Die EU hat 1998 Rechtsvorschriften herausgegeben, wonach diese Angaben durch umfassende Sicherheits- und Kontrollbestimmungen gewährleistet sein müssen. Nicht ausgezeichnet werden Verarbeitungsprodukte, zubereitetes Rindfleisch in der Gastronomie und gemischtes Faschiertes.

Wie viel Rindfleisch wird nach Österreich importiert?
Vor dem Verbot wurden geringe Mengen aus der BRD sowie osteuropäischen und südamerikanischenLändern importiert. Derzeit werden nur noch geringe Mengen aus Übersee und jenen EU-Ländern geliefert, in denen es keine BSE-Fälle gibt.

BSE-Tests

Wie wird BSE getestet?
Die größte Menge des BSE-Erregers findet man im Gehirn der befallenen Tiere. Definitiv diagnostiziert kann BSE erst dann werden, wenn die Tiere tot sind, da man hierzu das Gehirn untersuchen muss.

In Österreich wird derzeit der Test der Schweizer Firma Prionics AG eingesetzt. Dieser Test ist sehr empfindlich und erkennt die Krankheit bereits in einem Stadium, bei dem das Tier noch keine Anzeichen der BSE erkennen läßt. Ist der Test positiv oder fraglich, werden weitere zellbiologische Untersuchungen und ein als Western-Blot bezeichneter Antikörpertest durchgeführt. Getestet wird in den Bundesanstalten für veterinärmedizinische Untersuchungen in Innsbruck, Linz, Graz und Mödling sowie in der Landesanstalt für veterinärmedizinische Untersuchungen in Klagenfurt.

Die wichtigste Maßnahme zum Schutz der Konsumenten ist die systematische Eliminierung der Risikoorgane. Die konsequente Durchsetzung aller Maßnahmen vom Bauernbetrieb zum Schlachthof bis zum Verkaufsladen ist von höchster Priorität.


Quelle/Für den Inhalt verantwortlich: Land Tirol
Datum der letzten inhaltlichen Aktualisierung / Revision: Februar 2001

 

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Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie