Den größten Anteil an Quecksilber nimmt der Mensch heute durch die
Umweltverschmutzung über die Atemluft (durch Industrieabgase und Brennstoffe)
und über die Nahrungskette mit Fisch (Thunfischkonserven), Obst oder
Milch etc. auf. Es gibt auch natürliche Quellen wie Vulkanausbrüche,
bei denen Quecksilber in die Umwelt gelangt.
Durch Füllungen werden pro Jahr bis zu 3,6 mg im Körper freigesetzt,
wobei die höchste Belastung bei einer frischen Füllung zu messen ist.
Bereits nach einigen Tagen ist die Quecksilberfreisetzung aus der
Füllung extrem gering. Die Höchstdosis der Qecksilberaufnahme der
WHO liegt bei ca.16 mg pro Jahr.
Trotzdem ist eine eingeschränkte Verwendung von Amalgam durchaus
sinnvoll. Nicht mehr eingesetzt werden sollte Amalgam bei Milchzähnen,
bei Schwangeren und stillenden Müttern, bei bestimmten neurologischen
Erkrankungen wie Multipler Sklerose, sowie bei nachgewiesener Amalgamunverträglichkeit.
Eine eigentliche Quecksilberallergie ist allerdings selten und kann
durch einen Hauttest (Epikutantest) nachgewiesen werden. Viele Symptome
wie Appetit- und Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall,
Depressionen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, und lokale Reaktionen
wie Geschmacksstörungen, Zungenbrennen werden heute dem Amalgam angelastet,
der Nachweis ist aber schwierig.
Da beim Legen und Entfernen der Amalgame am meistem Quecksilber freigesetzt
wird, sollte in diesen Fällen neben guter Absaugung der Amalgamreste
ein Latextuch (Kofferdam) verwendet werden.
Heute wird deshalb vielfach nach der Entfernung der Amalgamfüllungen
eine Ausleitungstherapie durchgeführt, um das im Körper gespeicherte
Quecksilber zu eliminieren. Dabei wir durch homöopathische Medikamente
oder sogenannte Komplexbildner (bilden mit Schwermetallen feste Verbindungen)
die Ausscheidung des in den Organen gespeicherten Quecksilbers gefördert
(Entgiftung).
Amalgam ist in der Kombination Kaudruckstabilität, einfache Verarbeitung
und geringe Kosten immer noch günstig, es gibt aber bereits genügend
alternative Füllungsmaterialien, um in Zukunft auf Amalgam verzichten
zu können. Neben Gold und Keramik kommen immer mehr Kunststoffmaterialien
auf den Markt, die bei entsprechender Verarbeitung dem Amalgam vorzuziehen
sind. Amalgam sollte in Zukunft überflüssig werden. Wenn man neben
dem gesundheitlichen Aspekt auch ästhetische Kriterien anlegt, so
sind weiße Kunststofffüllungen und Keramik, aber auch eine sauber
verarbeitete Goldfüllung dem Amalgam jedenfalls deutlich überlegen.
Zusätzlich kann mit im Zahntechnischen Labor hergestellten Füllungen
(Keramik, Gold, best. Composites) eine Verbesserung der Zahnfunktion
durch Veränderung der Zahnform erreicht werden.
Das langfristige Ziel muss allerdings eine Reduzierung der Karies,
und damit der Notwendigkeit für eine Kariestherapie mit verschiedenen
Füllungsmaterialien sein. Das kann man durch regelmäßige Kontrollen
beim Zahnarzt, verbesserte Mundhygiene von Kindheit an, sowie durch
zahngesunde Ernährung erreichen.
Bei offenen Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Ihren
Zahnarzt.