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Was Sie über Akne wissen sollten

Dr. Angelika Plörer, Hautärztin


Ein kleiner Trost vorweg: mit Ihrer Erkrankung sind Sie kein Einzelfall: annähernd 100% der Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben unter einer Erkrankung aus dem Formenkreis der Akne, allerdings in völlig unterschiedlichem Ausmaß. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich mit den unschönen Pickeln, Pusteln und schlussendlich auch Narben abfinden muss - im Gegenteil, gegen Akne kann man etwas tun. Dieses Informationsblatt soll Ihnen helfen, die verordnete Therapie besser zu verstehen.

Akneformen Ist eine "Akne-Diät" sinnvoll
Wie entsteht Akne? Allgemeine Tipps für Akne-Patienten
Wie kann man Akne behandeln? Ein Wort zum Schluss


Akneformen

Die erste sichtbare Läsion jeder Akne ist der Mitesser (entweder weiß = geschlossen, oder schwarz = offen). Aus den Mitessern entstehen nach und nach durch Entzündung "Papeln" und "Pusteln". Sobald diese Aufbrechen kommt es zur narbigen (!) Abheilung. Je nachdem welche Läsion im Vordergrund steht, sprechen wir von

Acne comedonica: wenn Mitesser überwiegen
Acne papulopustulosa: bei vorwiegend entzündlichen Formen
Acne conglobata: die schwerste Form der Akne, vor allem bei Männern anzutreffen.

 

Wie entsteht Akne?

Im wesentlichen sind drei Faktoren für die Entstehung einer Akne verantwortlich: Hormone, übermäßige Verhornung im Talgdrüsen-Ausführungsgang und bestimmte Bakterien.

Hormone: Die Akne ist nicht eigentlich eine Störung im Hormonhaushalt. In der Pubertät, bei Frauen aber auch kurz vor der Regelblutung, kommt es aber normalerweise zum Anstieg von männlichen Hormonen im Körper. Durch diese männlichen Hormone (Androgene) kommt es zum Wachstum der Talgdrüse und zur vermehrten Produktion von Talg. Daher entsteht Akne meist in der Pubertät bzw. kommt es bei Frauen oft zur Verschlechterung einer bestehenden Akne kurz vor der Blutung.
Verhornung: Man könnte dieses Kapitel auch mit "Vererbung" überschreiben. Die Talgdrüsendichte und -größe ist genetisch festgelegt. Zudem findet sich bei den meisten Aknepatienten eine verdickte Hornschicht im Talgdrüsen-Ausführungskanal, so dass der übermäßig produzierte Talg nicht abfließen kann - der erste Schritt in Richtung Mitesser.
Bakterien: Bei vermehrter Talgproduktion siedelt sich vermehrt ein bestimmtes Bakterium (Propionibakterium acnes) in der Talgdrüse an und verstoffwechselt die im Talg enthaltenen Fette. Durch die dabei entstehenden Fettsäuren kommt es zur Reizung der Talgdrüsenwand und der Entzündungsprozess kann beginnen - der erste Pickel ist entstanden.

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Auch durch Salben und Pomaden, wie auch durch Kosmetika kann eine Akne entstehen. Hierfür sind die in den Salben enthaltenen Fette verantwortlich - wir sprechen dann von einer "Pomadenakne" oder einer "Acne cosmetica"

Wie kann man Akne behandeln?

Die Therapie der Akne sollte sich nach der Form der Akne richten. Man kann die Akne sowohl "extern", d.h. mit Cremen oder Gels aber auch "systemisch", d.h. mit Tabletten behandeln. Wenn man sich nochmals die Hauptfaktoren der Akneentstehung in Erinnerung ruft, kann eine Therapie folgendermaßen ausschauen:

Hormone: Bei Mädchen und bei Frauen kann man eine spezielle "Pille" verschreiben. Bei Burschen und bei Männern ist ein therapeutischer Ansatz hier nicht möglich
Verhornung: Die meisten Akne-Cremen fallen unter diesen Punkt. Es gibt Schälkuren, Peelings sowie Medikamente, die gezielt den Zusammenhang der Hornschichte beeinflussen. Auch gewisse Tabletten (Vitamin-A-Abkömmlinge) gehören hier her. Durch die letztgenannten Tabletten wird auch die Talgdrüsenfunktion langanhaltend unterdrückt.
Bakterien: Es gibt Cremes, die Antibiotika enthalten, welche die Aknebakterien unterdrücken können. Man muss sagen, dass das nicht für alle Antibiotika gilt. Auch unspezifisch desinfizierende Substanzen können enthalten sein. Außerdem gibt es spezielle Antibiotika-Tabletten, die sowohl die Bakterien unterdrücken, als auch die Talgdrüsenfunktion (s.o.) beeinflussen können.

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Unterstützend kann oft der Besuch bei einer speziell geschulten Kosmetikerin sein, die die Poren ausreinigen kann. Von heroischen Selbstversuchen sollte hier allerdings Abstand genommen werden!

Ist eine "Akne-Diät" sinnvoll?

In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Ernährung keinen Einfluss auf das Entstehen oder die Schwere einer Akne hat. Sollten Sie allerdings selbst eine Verschlechterung auf gewisse Speisen wie Schokolade bemerken, sollten Sie auf die entsprechenden Lebensmittel verzichten.

Allgemeine Tipps für Akne-Patienten

  • Verzichten Sie auf "Pickelausdrücken". Solche Maßnahmen sollten nur von speziell geschultem Personal (Kosmetikerin) durchgeführt werden.
  • Verwenden Sie kein fettes Make-up. Im Handel sind zahlreiche fettfreie Make-ups erhältlich. Auch sonst sollten keine zu fetten Cremen verwendet werden. Im Zweifelsfall fragen Sie lieber Ihren behandelnden Hautarzt.
  • Versuchen Sie, sich eventuell gewohnheitsmäßiges Kratzen oder Aufstützen abzugewöhnen. Solche Gewohnheiten können eine bestehende Akne verschlechtern.

Ein Wort zum Schluss

Werfen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn sich der gewünschte Behandlungserfolg nicht schon nach wenigen Tagen zeigt! Eine effektive Aknetherapie führt anfänglich oft sogar zur Verschlechterung. Außerdem muss die Therapie über Monate bis Jahre durchgeführt werden, um zu nachhaltenden Erfolgen zu führen!

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Quelle/Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Angelika Plörer, Hautärztin
Datum der letzten inhaltlichen Aktualisierung / Revision: August 2001

 

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Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie