Ein kleiner Trost vorweg:
mit Ihrer Erkrankung sind Sie kein Einzelfall: annähernd 100% der
Bevölkerung leiden irgendwann in ihrem Leben unter einer Erkrankung
aus dem Formenkreis der Akne, allerdings in völlig unterschiedlichem
Ausmaß. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich mit den unschönen
Pickeln, Pusteln und schlussendlich auch Narben abfinden muss - im Gegenteil,
gegen Akne kann man etwas tun. Dieses Informationsblatt soll Ihnen
helfen, die verordnete Therapie besser zu verstehen.
Akneformen
Die erste sichtbare Läsion
jeder Akne ist der Mitesser (entweder weiß = geschlossen, oder schwarz
= offen). Aus den Mitessern entstehen nach und nach durch Entzündung
"Papeln" und "Pusteln". Sobald diese Aufbrechen kommt es zur narbigen
(!) Abheilung. Je nachdem welche Läsion im Vordergrund steht, sprechen
wir von
| Acne comedonica: |
wenn Mitesser
überwiegen |
| Acne papulopustulosa: |
bei vorwiegend
entzündlichen Formen |
| Acne conglobata: |
die schwerste
Form der Akne, vor allem bei Männern anzutreffen. |
Wie
entsteht
Akne?
Im wesentlichen sind drei
Faktoren für die Entstehung einer Akne verantwortlich: Hormone, übermäßige
Verhornung im Talgdrüsen-Ausführungsgang und bestimmte Bakterien.
| Hormone: |
Die Akne
ist nicht eigentlich eine Störung im Hormonhaushalt. In der Pubertät,
bei Frauen aber auch kurz vor der Regelblutung, kommt es aber
normalerweise zum Anstieg von männlichen Hormonen im Körper. Durch
diese männlichen Hormone (Androgene) kommt es zum Wachstum der
Talgdrüse und zur vermehrten Produktion von Talg. Daher entsteht
Akne meist in der Pubertät bzw. kommt es bei Frauen oft zur Verschlechterung
einer bestehenden Akne kurz vor der Blutung. |
| Verhornung: |
Man könnte
dieses Kapitel auch mit "Vererbung" überschreiben. Die Talgdrüsendichte
und -größe ist genetisch festgelegt. Zudem findet sich bei den
meisten Aknepatienten eine verdickte Hornschicht im Talgdrüsen-Ausführungskanal,
so dass der übermäßig produzierte Talg nicht abfließen kann - der
erste Schritt in Richtung Mitesser. |
| Bakterien: |
Bei vermehrter
Talgproduktion siedelt sich vermehrt ein bestimmtes Bakterium
(Propionibakterium acnes) in der Talgdrüse an und verstoffwechselt
die im Talg enthaltenen Fette. Durch die dabei entstehenden Fettsäuren
kommt es zur Reizung der Talgdrüsenwand und der Entzündungsprozess
kann beginnen - der erste Pickel ist entstanden. |
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Auch durch Salben und Pomaden,
wie auch durch Kosmetika kann eine Akne entstehen. Hierfür sind die
in den Salben enthaltenen Fette verantwortlich - wir sprechen dann
von einer "Pomadenakne" oder einer "Acne cosmetica"
Wie
kann man Akne behandeln?
Die
Therapie der Akne sollte sich nach der Form der Akne richten. Man
kann die Akne sowohl "extern", d.h. mit Cremen oder Gels aber auch
"systemisch", d.h. mit Tabletten behandeln. Wenn man sich nochmals
die Hauptfaktoren der Akneentstehung in Erinnerung ruft, kann eine
Therapie folgendermaßen ausschauen:
| Hormone: |
Bei Mädchen
und bei Frauen kann man eine spezielle "Pille" verschreiben. Bei
Burschen und bei Männern ist ein therapeutischer Ansatz hier nicht
möglich |
| Verhornung: |
Die meisten
Akne-Cremen fallen unter diesen Punkt. Es gibt Schälkuren, Peelings
sowie Medikamente, die gezielt den Zusammenhang der Hornschichte
beeinflussen. Auch gewisse Tabletten (Vitamin-A-Abkömmlinge) gehören
hier her. Durch die letztgenannten Tabletten wird auch die Talgdrüsenfunktion
langanhaltend unterdrückt. |
| Bakterien: |
Es gibt Cremes,
die Antibiotika enthalten, welche die Aknebakterien unterdrücken
können. Man muss sagen, dass das nicht für alle Antibiotika gilt.
Auch unspezifisch desinfizierende Substanzen können enthalten
sein. Außerdem gibt es spezielle Antibiotika-Tabletten, die sowohl
die Bakterien unterdrücken, als auch die Talgdrüsenfunktion (s.o.)
beeinflussen können. |
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Unterstützend
kann oft der Besuch bei einer speziell geschulten Kosmetikerin sein,
die die Poren ausreinigen kann. Von heroischen Selbstversuchen sollte
hier allerdings Abstand genommen werden!
Ist
eine "Akne-Diät" sinnvoll?
In
zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Ernährung keinen
Einfluss auf das Entstehen oder die Schwere einer Akne hat. Sollten
Sie allerdings selbst eine Verschlechterung auf gewisse Speisen wie
Schokolade bemerken, sollten Sie auf die entsprechenden Lebensmittel
verzichten.
Allgemeine
Tipps für Akne-Patienten